Active Sourcing – Wie du passende Kandidaten findest  

Das Finden von passenden Kandidaten und Kandidatinnen ist für Unternehmen heutzutage nicht mehr leicht. Was früher das Posten von Jobanzeigen auf Jobportalen wie Stepstone oder Indeed war, ist heute das Active Sourcing auf Social Media Kanälen wie LinkedIn oder Xing.  

Es reicht nicht mehr aus, auf die perfekte Bewerbung zu warten. Der Markt hat sich gewandelt und mittlerweile suchen nicht mehr die Kandidaten und Kandidatinnen nach einem Job, sondern die Arbeitgeber nach einem Kandidaten oder einer Kandidatin. Da ist es nur logisch, dass auch der klassische Bewerbungsprozess so nicht mehr oft Anwendung findet.  

Die Kandidaten und Kandidatinnen müssen aktiv auf die Stellen aufmerksam gemacht werden und der Arbeitgeber muss sich in einem umkämpften Wettbewerberfeld mit einer starken Employer Brand durchsetzen. Zu den zeitgemäßeren Methoden zählt das Active Sourcing. Was genau das ist und wie es funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.  

Was ist Active Sourcing? 

Active Sourcing ist ein Instrument im Recruiting, bei welchem gezielt und proaktiv Talente gesucht und angesprochen werden, die sich nicht auf die Stelle beworben haben. Für das Active Sourcing werden soziale Kanäle wie LinkedIn oder Xing genutzt, um mithilfe von Suchoptionen die passenden Profile zu finden und durch die Nachrichtenfunktion zu kontaktieren. In der Kontaktaufnahme wird das Talent informiert, dass es eine freie Stelle im Unternehmen gibt, die gut zu ihr/ihm passen würde. Ziel beim Active Sourcing ist es, geeignete Kandidaten und Kandidatinnen für die freien Positionen zu finden, zu begeistern und so die Stellen zu besetzen. Gleichzeitig kann durch die Kontaktaufnahme eine Sichtbarkeit für das Unternehmen geschaffen und ein eigener Pool für Talente aufgestellt werden.   

Ablauf vom Active Sourcing: 

Active Sourcing kann in 5 Schritte aufgeteilt, die jeweils einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Projektes beitragen.  

      1. Anforderungsprofil definieren  

    Vor dem eigentlichen Active Sourcing sollte geklärt werden, welche Anforderungen das perfekte Profil enthalten oder nicht enthalten sollte. Nur so kann der Recruiter die Suche zielgenau ausrichten. Hilfreich ist es dabei, sogenannte Must-haves, Nice-to-haves und auch No-Gos zu definieren. Folgende Fragen können dabei helfen:  

        • Welche Aufgaben wird die Rolle zukünftig übernehmen? 

        • Gibt es bestimmte Qualifikationen (Studium, Meistertitel usw.) die der Kandidat/die Kandidatin braucht? 

        • Wie viele Jahre Berufserfahrung sollte der Kandidat aufweisen können? 

        • Soll der Kandidat Führungserfahrung haben? Wenn ja, in welchem Ausmaß?  

        • Gibt es bestimmte Skills, Tools etc. die der Kandidat/die Kandidatin beherrschen soll?  
       

          1. Active Sourcing Kanäle wählen 

        Über die Social Media Kanäle finden letztlich die Suche und das Anschreiben der Kandidaten und Kandidatinnen statt. Wählt man die falschen Kanäle für das Active Sourcing, kann es passieren, dass man nur wenige passende Kandidaten und Kandidatinnen findet oder nur wenige Rückmeldungen erhält. Die am häufig genutzten Active Sourcing Kanäle sind LinkedIn oder Xing und auch hier ist die Zielgruppe nicht gleich. Für manche Stellen eignet es sich aber auch andere Portale oder Foren zur Hand zu nehmen.  

            1. Kandidatenansprache formulieren 

          Da das Anschreiben bei der Active Sourcing Methode der erste Kontaktpunkt mit dem Talent ist, ist dieser Schritt besonders wichtig. Der Kandidat oder die Kandidatin hat häufig noch nie von dem Unternehmen gehört und ist in den meisten Fällen auch nicht auf der Suche, daher muss der Recruiter direkt am Anfang das Interesse wecken. Dabei solltest du deine Stelle auch ein wenig verkaufen, damit ein Wechsel für den Kandidaten oder die Kandidatin überhaupt attraktiv wird.    

              1. Suche vorbereiten  

            Bevor du mit dem eigentlichen Active Sourcing startest, kannst du dir relevante Suchstrings zurechtlegen. Außerdem kannst du neben der Kandidatenansprache auch Texte für positive und negative Rückmeldungen und Reminder formulieren. Zudem solltest du Ziele für dein Projekt formulieren. Siehe dir dazu gerne unseren Beitrag über Recruiting KPI’s an.  

                1. Geeignete Kandidaten finden  

              Jetzt geht es los mit dem tatsächlichen Sourcen. Hier kannst du deine Vorbereitung aus den letzten Schritten nutzen, um möglichst effektiv und effizient vorzugehen und so viele Kandidaten und Kandidatinnen wie möglich in kurzer Zeit zu finden und anzuschreiben. Im nächsten Schritt sollte es das Ziel sein, die gefundenen Profile in ein erstes Interview zu überführen. Währenddessen ist es sehr wichtig, das Management der Talente sorgfältig durchzuführen, um eine gute Candidate Experience gewährleisten zu können. 

              Wann ist Active Sourcing sinnvoll?  

              Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen mit keiner eindeutigen Employer Brand ist Active Sourcing sinnvoll, da hier häufig nicht viele Bewerber auf eine Stelle zusammenkommen. Trotzdem kann Active Sourcing in jedem Unternehmen genutzt werden, solange diese für neuartige Wege der Rekrutierung offen sind. Active Sourcing kann in jeder Branche funktionieren, solange man sich der Zielgruppe anpasst. 

              Vorteile von Active Sourcing 

              Active Sourcing ermöglicht es, passive Kandidaten und Kandidatinnen anzusprechen und sie auf die Stelle aufmerksam zu machen. So ist es teilweise nicht einmal notwendig, eine Stellenanzeige zu schalten, wodurch man Zeit und Kosten sparen kann. Bei der Zusammenarbeit mit einer Recruitingagentur kann man häufig auch von Talentpools profitieren. So wird die Suche einfacher gestaltet und es können direkt qualifizierte Talente vorgelegt werden. Durch die Ansprache von passiven Kandidaten und Kandidatinnen, die zurzeit nicht aktiv auf der Suche sind, wird der Pool sehr viel größer und die Chance, den perfekten Kandidaten oder die perfekte Kandidatin zu finden, noch besser.  

              Herausforderungen im Active Sourcing? 

              Bei der Ansprache von passiven Kandidaten und Kandidatinnen ist die Antwortrate deutlich geringer, da viele Kandidaten und Kandidatinnen nicht an einem Wechsel interessiert sind. Die Kandidaten und Kandidatinnen sind nicht auf der Suche nach einem Job und höchstwahrscheinlich zufrieden in seiner/ihrer Position. Dadurch muss der Recruiter hier deutlich mehr Überzeugungsarbeit leisten. Zudem kennt er /sie das Unternehmen nicht und braucht daher von Anfang an positive und überzeugende Nachrichten, die das Interesse wecken.  

              Active Sourcing ist ein guter Weg, um passende Kandidaten und Kandidatinnen für deine Stelle zu generieren. Zudem wird gleichzeitig ein Netzwerk aus Experten aufgebaut und das Unternehmen gewinnt an Bekanntheit. Nicht selten kommen Kandidaten oder Kandidatinnen, die vorher nicht interessiert waren, auch erneut auf Unternehmen zu, wenn diese in Erinnerung geblieben sind. Dabei ist das Active Sourcing an sich gut vorzubereiten. So kann sichergestellt werden, dass nur geeignete Kandidaten und Kandidatinnen angeschrieben werden und es nicht zu unnötigen Wartezeiten kommt.

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